Eine Ausschreibung, in der „die Website soll schnell laden" steht, beschreibt keinen Zielzustand, sondern eine Hoffnung. Bei der Abnahme steht dann Messung gegen Messung: Der Auftragnehmer zeigt einen Lauf vom Entwicklungsrechner, der Auftraggeber einen vom Mobilgerät unterwegs, und beide Zahlen sind echt. Der Ausweg ist unspektakulär und in der öffentlichen Beschaffung sogar vorgeschrieben – der Auftragsgegenstand ist so eindeutig zu beschreiben, dass alle Bieter ihn im gleichen Sinne verstehen (GWB). Eindeutigkeit heißt bei Ladezeit: eine Zahl, eine Messmethode, eine Datenquelle und ein Nachweiszeitpunkt, je Kennzahl einzeln. Wie groß der Markt für solche Formulierungen ist, zeigt die amtliche Statistik: Für 2024 wurden 199.334 (Statistisches Bundesamt) Vergaben mit 135,2 Milliarden Euro (Statistisches Bundesamt) Auftragsvolumen gemeldet. Den technischen Ausgangsbefund liefert ein Lighthouse-Audit vor dem ersten Vertragsentwurf.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Zielwert ohne Messvorschrift ist kein Kriterium. Abnahmefähig wird er mit vier Angaben: Zahl, Messmethode, Datenquelle und Nachweiszeitpunkt. Für die Kernkennzahlen liefert die Definition sie mit: 2,5 Sekunden, 200 Millisekunden und 0,1 (web.dev).
- Die Messvorschrift lautet 75. Perzentil (web.dev), Felddaten stammen aus einem gleitenden Zeitraum von 28 Tagen (Google PageSpeed Insights). Eine Abnahme am Tag des Livegangs kann es damit nicht geben: Frisch veröffentlichte Seiten liefern noch keine ausreichenden Daten.
- Der Zielwert muss erreichbar sein. Über den gesamten Bestand bestehen 48 Prozent (Web Almanac 2025) der mobilen und 56 Prozent (Web Almanac 2025) der Desktop-Websites alle drei Kernkennzahlen gleichzeitig.
- Die Rechtsfolge hängt an der Vereinbarung: Frei von Sachmängeln ist ein Werk, wenn es die vereinbarte Beschaffenheit hat (BGB). Ohne Zahl im Vertrag gibt es keinen Mangel, ohne Mangel keine Zurückbehaltung – und die Vergütung wird bei der Abnahme fällig (BGB).
- Seitengewicht gehört als eigene Zeile daneben, weil es sich vor dem Livegang prüfen lässt. Der Median einer mobilen Startseite liegt bei 2,6 MB (Web Almanac 2025); unter einem Megabyte bestehen 57 Prozent, ab fünf Megabyte nur noch 30 Prozent die Prüfung.
Warum schnell kein Abnahmekriterium ist
„Schnell", „performant", „zeitgemäß optimiert" lassen sich weder bestreiten noch nachweisen, und genau deshalb verlangt das Vergaberecht etwas anderes: Der Auftragsgegenstand ist so eindeutig wie möglich zu beschreiben, damit die Beschreibung für alle Unternehmen im gleichen Sinne verständlich ist und die Angebote miteinander verglichen werden können (GWB). Wer „schnelle Ladezeit" ausschreibt, bekommt Angebote, die im Preis weit auseinanderliegen, weil jeder Bieter etwas anderes einkalkuliert hat – der eine ein Bildformat, der andere einen Umbau der Vorlagen samt Frontend-Optimierung.
Im Werkvertragsrecht hängt daran mehr als die Vergleichbarkeit. Ein Werk ist frei von Sachmängeln, wenn es die vereinbarte Beschaffenheit hat (BGB) – die Vereinbarung ist der Maßstab, nicht das, was der Auftraggeber sich vorgestellt hat. Fehlt die Zahl, fehlt der Mangel, und ohne Mangel gibt es weder Nachbesserung noch Zurückbehaltung. Umgekehrt schützt auch ein unscharfer Zielwert nicht: Wegen unwesentlicher Mängel kann die Abnahme nicht verweigert werden (BGB), und eine Formulierung, die niemand messen kann, wird im Streit schnell zur Nebensache erklärt. Dazu kommt die Abnahmefiktion: Wer nach Fristsetzung nicht innerhalb der Frist unter Angabe mindestens eines Mangels verweigert, hat abgenommen (BGB).
Ohne Vereinbarung kein Mangel
Die fünf Zeilen einer Abnahmematrix
Eine brauchbare Abnahmematrix hat je Kriterium eine Zeile und vier belegte Spalten: Zielwert, Messmethode, Datenquelle und Nachweiszeitpunkt. Drei Zeilen liefern die Kernkennzahlen mit ihrer Definition frei Haus. Für den größten sichtbaren Inhaltsaufbau gilt ein Zielwert von 2,5 Sekunden (web.dev), gerechnet ab dem Zeitpunkt, an dem die Seite zu laden beginnt. Für die Reaktion auf Eingaben lautet der Wert 200 Millisekunden (web.dev). Für die Layoutstabilität sind es 0,1 (web.dev) – eine dimensionslose Verhältniszahl, die beschreibt, wie viel des Bildschirms sich ungefragt verschiebt. Wie sie im Betrieb zusammenwirken, ordnet unsere Seite zu den Core Web Vitals ein.
Die vierte Zeile ist die Serverantwortzeit. Sie zählt nicht zu den Kernkennzahlen, hat aber einen dokumentierten Korridor: Gute Werte liegen bei 0,8 Sekunden (web.dev) oder darunter, schlechte oberhalb von 1,8 Sekunden (web.dev). Sie gehört in die Matrix, weil sie den einzigen Anteil beschreibt, den der Auftragnehmer bei fremdem Hosting nur mittelbar beeinflusst – die Abgrenzung zwischen Serverleistung und Frontend gehört in denselben Vertragsabschnitt. Die fünfte Zeile ist das Seitengewicht, und sie ist die einzige, die sich vollständig vor dem Livegang prüfen lässt. Wie eine solche Grenze technisch verankert wird, beschreibt der Beitrag zu Performance-Budgets im Bauprozess.
| Kriterium | Zielwert | Messmethode | Datenquelle | Nachweiszeitpunkt |
|---|---|---|---|---|
| Größter Inhaltsaufbau | höchstens 2,5 s | 75. Perzentil, getrennt nach Mobil und Desktop | Felddaten | 28 Tage nach Livegang |
| Reaktion auf Eingaben | höchstens 200 ms | 75. Perzentil, getrennt nach Mobil und Desktop | Felddaten | 28 Tage nach Livegang |
| Layoutstabilität | höchstens 0,1 | 75. Perzentil, getrennt nach Mobil und Desktop | Felddaten | 28 Tage nach Livegang |
| Serverantwortzeit | höchstens 0,8 s | 75. Perzentil | Felddaten und Labormessung | bei Übergabe und nach 28 Tagen |
| Seitengewicht | Obergrenze je Vorlage | Median aus zehn Läufen je Vorlage | Labormessung | bei jeder Auslieferung |
Eine fünfte Spalte kommt erst bei der Abnahme dazu: der Status. Auch dafür braucht es keine eigene Erfindung, denn das gängige Messwerkzeug teilt die Nutzererfahrung in drei Klassen ein – gut, verbesserungsbedürftig und schlecht (Google PageSpeed Insights). Diese Dreiteilung eignet sich unverändert als Ampel, die bei der Abnahme je Zeile eingetragen wird, weil sie am Werkzeug ablesbar ist und nicht ausgehandelt werden muss.
Die Messvorschrift entscheidet, nicht der Zielwert
Ein Zielwert ohne Perzentil ist eine Einladung zum Streit, weil jede Seite bei jedem Aufruf einen anderen Wert liefert. Die dokumentierte Vorschrift lautet: Eine Seite gilt als bestanden, wenn sie die empfohlenen Zielwerte im 75. Perzentil für alle drei Kernkennzahlen erreicht (web.dev). Das Perzentil legt fest, dass drei Viertel aller echten Aufrufe den Wert einhalten müssen – nicht der Durchschnitt, der von wenigen schnellen Aufrufen geschönt wird. Die Bewertungslogik des Werkzeugs bestätigt das ausdrücklich: Bestanden ist eine Auswertung nur, wenn die 75. Perzentile aller drei Kennzahlen im guten Bereich liegen (Google PageSpeed Insights).
Der zweite Teil der Messvorschrift ist der Zeitraum. Felddaten werden über einen zurückliegenden Sammelzeitraum von 28 Tagen (Google PageSpeed Insights) gebildet. Daraus folgt eine Konsequenz, die in fast jedem Zeitplan fehlt: Eine Abnahme am Tag des Livegangs ist bei feldbasierten Kriterien nicht möglich. Eine Seite kann sogar ganz ohne Datengrundlage dastehen, denn ihr fehlen die Werte, wenn sie erst kürzlich veröffentlicht wurde oder zu wenige Aufrufe echter Nutzer hat (Google PageSpeed Insights). Praktikabel ist deshalb eine zweistufige Abnahme: technische Übergabe gegen Labormessung, endgültige Abnahme gegen Felddaten nach Ablauf des Fensters. Welche Datenquelle wofür taugt, trennt der Beitrag zu Felddaten und Labordaten.
{
"abnahme": {
"perzentil": 75,
"messfenster_tage": 28,
"plattformen": ["mobil", "desktop"],
"seiten": ["start", "kategorie", "detail", "suche", "kontakt"],
"bestanden_wenn": "alle kriterien je plattform und seite erfüllt",
"kriterien": [
{ "kennzahl": "LCP", "zielwert_ms": 2500, "quelle": "feld", "stufe": "gut" },
{ "kennzahl": "INP", "zielwert_ms": 200, "quelle": "feld", "stufe": "gut" },
{ "kennzahl": "CLS", "zielwert": 0.1, "quelle": "feld", "stufe": "gut" },
{ "kennzahl": "TTFB", "zielwert_ms": 800, "quelle": "feld+labor", "stufe": "gut" },
{ "kennzahl": "gewicht", "zielwert_kb": 1500, "quelle": "labor", "laeufe": 10 }
],
"stufen": ["gut", "verbesserungsbeduerftig", "schlecht"],
"nachweis": {
"uebergabe": "labormessung je vorlage, median aus 10 laeufen",
"endabnahme": "felddaten, 28 tage nach freischaltung"
}
}
}Labor und Feld können gleichzeitig in verschiedene Richtungen laufen, und deshalb gehört die Datenquelle in jede Zeile. Ein Beispiel aus dem laufenden Bestand: Die im Labor gemessene Blockierzeit der mittleren mobilen Seite stieg 2025 auf 1.916 Millisekunden (Web Almanac 2025) und damit um 58 Prozent (Web Almanac 2025) gegenüber dem Vorjahr – während sich die Feldwerte für die Reaktion auf Eingaben im selben Zeitraum verbesserten. Wer stattdessen eine Laborpunktzahl festschreibt, schreibt vor allem eine Gewichtung fest: Die Blockierzeit allein macht 30 Prozent (Chrome for Developers) des Performance-Werts aus. Wie man einen solchen Bericht richtig liest, zeigt der Beitrag zum Lighthouse-Bericht.
Drei Formulierungen, die bei der Abnahme scheitern
Zielwerte, die erreichbar sind
Ein Vertrag, dessen Zielwert niemand erreicht, erzeugt keine schnelle Website, sondern einen Nachtrag. Der Bestand liefert dafür den Maßstab: Bis 2024 erreichten 44 Prozent der mobilen und 55 Prozent der Desktop-Websites eine gute Bewertung über alle drei Kernkennzahlen, 2025 waren es 48 Prozent (Web Almanac 2025) mobil und 56 Prozent (Web Almanac 2025) am Schreibtisch. Ein Zielwert „alle drei grün" ist damit kein Selbstläufer, aber auch keine Zumutung – er beschreibt die bessere Hälfte des Webs. Wichtig ist der Bezug: Die Erhebung stützt sich auf Messungen aus Juli 2025 (Web Almanac 2025).
Die Trennung nach Gerät ist keine Feinheit, sondern der größte Einzelunterschied in der Matrix. Beim Inhaltsaufbau erreichen 74 Prozent (Web Almanac 2025) der Desktop-Seiten einen guten Wert gegenüber 62 Prozent (Web Almanac 2025) auf dem Mobilgerät. Bei der Reaktion auf Eingaben liegt der mobile Anteil guter Werte bei 77 Prozent (Web Almanac 2025) nach 74 Prozent im Vorjahr. Die Serverantwortzeit ist die härteste Zeile: Nur 44 Prozent (Web Almanac 2025) der mobilen Websites erreichen dort einen guten Wert. Wer eine einzige Zahl für beide Plattformen festschreibt, schreibt entweder ein zu weiches Ziel für den Schreibtisch oder ein zu hartes für unterwegs – warum das an der Hardware liegt, ordnet der Beitrag zum Zielgerät statt Testgerät ein.
Getrennt nach Plattform
Zwei Zeilen je Kennzahl statt einer: eine für mobile Aufrufe, eine für den Schreibtisch. Ein gemeinsamer Zielwert ist für mindestens eine der beiden Seiten der falsche.
Nicht nur die Startseite
Unterseiten bestehen die Prüfung häufiger als Startseiten – der Vorsprung beträgt 14 Prozent (Web Almanac 2025) auf dem Desktop und 11 Prozent (Web Almanac 2025) mobil. Wer nur die Startseite abnimmt, nimmt den ungünstigsten Fall ab und weiß über den Rest des Auftritts nichts.
Ausschlusskriterien statt Wunschliste
Manche Befunde lassen sich vorab als unzulässig festschreiben, weil sie sich eindeutig prüfen lassen. Ein Beispiel: Etwa 16 bis 17 Prozent (Web Almanac 2025) der Seiten laden ihr wichtigstes Bild verzögert. Ein Satz im Vertrag schließt genau das aus, ohne dass jemand darüber verhandeln müsste.
Seitengewicht als eigene Vertragszeile
Seitengewicht ist die einzige Zeile der Matrix, die schon vor dem Livegang endgültig prüfbar ist. Als Bezugsgröße dient der Bestand: Die mittlere Startseite wog 2025 2,6 MB (Web Almanac 2025) mobil und 2,9 MB (Web Almanac 2025) auf dem Desktop. Über alle Seiten hinweg – nicht nur Startseiten – liegt das 75. Perzentil bei 4.119 KB (Web Almanac 2025) mobil und 4.570 KB (Web Almanac 2025) am Schreibtisch. Diese Werte sind kein Ziel, sondern ein Vergleichsmaßstab – wer einen Deckel setzt, setzt ihn unterhalb des Medians und nicht darüber, sonst schreibt er den Durchschnitt fest.
Warum ein Gewichtsdeckel wirkt, zeigt der Zusammenhang mit der Bestehensquote. Bei Seiten bis ein Megabyte bestehen 70 Prozent (Web Almanac 2025) der Desktop- und 57 Prozent (Web Almanac 2025) der mobilen Seiten die Prüfung; ab fünf Megabyte sinkt der Anteil auf 38 Prozent (Web Almanac 2025) beziehungsweise 30 Prozent (Web Almanac 2025). Sinnvoll sind zwei Unterzeilen: ein eigener Deckel für ausführbaren Code – der Median liegt bei 664 KB (Web Almanac 2025) je Startseite – und eine Obergrenze für die Zahl der Anfragen, die im Median bei 77 (Web Almanac 2025) auf dem Desktop und 72 (Web Almanac 2025) mobil liegt. Wie eine solche Grenze im Alltag durchgesetzt wird, beschreibt der Beitrag zu Budgets für ausführbaren Code.
Der Kern in einem Satz
Was ein verfehlter Zielwert auslöst
Die Abnahme ist im Werkvertrag der Zahlungszeitpunkt: Die Vergütung ist bei der Abnahme des Werkes zu entrichten (BGB). Damit entscheidet die Messvorschrift auch über das Geld, und zwar in beide Richtungen. Bleibt ein vereinbarter Zielwert unerreicht, kann der Besteller die Zahlung eines angemessenen Teils der Vergütung verweigern; angemessen ist in der Regel das Doppelte der für die Beseitigung erforderlichen Kosten (BGB).
Die zweite Rechtsfolge betrifft die Zeit danach. Die Verjährungsfrist für Mängelansprüche beträgt bei Werken dieser Art zwei Jahre (BGB), und sie beginnt mit der Abnahme (BGB). Der Nachweiszeitpunkt in der Matrix setzt damit zugleich die Uhr für alles, was später auffällt. Und wer Tempo als Dauerzustand will, braucht neben der Abnahme eine laufende Messung, weil Inhalte, Erweiterungen und Kampagnen die Werte nach der Abnahme verschieben – welche Fallen dabei entstehen, zeigt der Beitrag zu A/B-Tests ohne Flimmern.
Die Abnahme ist ein Datum, kein Zustand
Öffentliche Vergabe: Zahlen statt Adjektive
Im öffentlichen Auftrag ist die Eindeutigkeit der Leistungsbeschreibung keine Empfehlung, sondern eine Pflicht (GWB). Es gibt dort auch bereits ein Vorbild dafür, wie eine Qualitätsanforderung in die Beschreibung wandert: Bei Leistungen, die zur Nutzung durch natürliche Personen vorgesehen sind, sind die Zugänglichkeitskriterien für Menschen mit Behinderungen außer in begründeten Fällen zu berücksichtigen (GWB). Für Verbraucherdienstleistungen ist Barrierefreiheit seit dem 28. Juni 2025 (BFSG) zusätzlich gesetzlich verankert. Tempo lässt sich nach demselben Muster verankern: als eigener Abschnitt der Leistungsbeschreibung mit Zielwert, Messmethode und Nachweis, nicht als Nebensatz in der Projektbeschreibung.
Eine Falle ist dabei fast schon Routine: Wer ein bestimmtes Messwerkzeug vorschreibt, engt den Bieterkreis ein. Die Vergabeverordnung verlangt deshalb, dass jede Bezugnahme auf eine solche technische Anforderung mit dem Zusatz „oder gleichwertig" zu versehen ist (VgV). Praktisch heißt das: Die Kennzahl und ihre Definition gehören in den Vertrag, das Werkzeug nur als Beispiel. Auch die Vertragsmuster selbst sind in Bewegung – für die Beschaffung quelloffener Software wurden acht Vertragstypen (IT-Planungsrat) überarbeitet; der zugehörige Beschluss stammt vom 26. November 2025 (IT-Planungsrat).
- Kennzahlen auswählen und je Kennzahl eine Zeile anlegen – Inhaltsaufbau, Eingabereaktion, Layoutstabilität, Serverantwortzeit, Seitengewicht
- Zielwert eintragen und die Definition mitzitieren, nicht paraphrasieren: 2,5 Sekunden (web.dev), 200 Millisekunden (web.dev), 0,1 (web.dev)
- Messvorschrift ergänzen: 75. Perzentil, getrennt nach mobiler und stationärer Nutzung, alle Kriterien gleichzeitig (Google PageSpeed Insights)
- Datenquelle je Zeile bestimmen und den Unterschied zwischen Feld- und Labormessung schriftlich festhalten – der Beitrag zur mobilen Optimierung zeigt, wie weit beide auseinanderliegen können
- Seitenliste festlegen: mindestens Start-, Kategorie-, Detail-, Such- und Kontaktseite, weil Unterseiten systematisch besser abschneiden als die Startseite
- Nachweiszeitpunkte terminieren: Labormessung bei Übergabe, Felddaten nach 28 Tagen (Google PageSpeed Insights), und beide Termine in den Projektplan aufnehmen
- Rechtsfolge benennen: Was gilt als unwesentlich, was löst Nachbesserung aus, und welcher Teil der Vergütung bleibt bis zum Nachweis offen (BGB)
Was in dieser Liste fehlt, ist Absicht: eine Zielpunktzahl. Sie klingt handlich, verlagert die Definition aber in ein Werkzeug, dessen Gewichtung sich ändern kann – die Blockierzeit trägt dort allein 30 Prozent (Chrome for Developers) bei. Eine Punktzahl eignet sich als internes Fortschrittsmaß und als Argument im Projektbericht, nicht als Abnahmekriterium. Wie sich Fortschrittsmaß und Abnahmekriterium sauber trennen lassen, beschreibt die technische Analyse als Ausgangspunkt eines Projekts.
Die Frage ist selten, ob eine Website schnell ist. Die Frage ist, wer bei welcher Zahl, auf welchem Gerät und an welchem Tag das Gegenteil beweisen darf – und diese Antwort steht im Vertrag oder nirgends.
Der Aufwand für eine Abnahmematrix ist überschaubar: eine Tabelle mit fünf Zeilen, vier belegten Spalten und drei Terminen. Der Ertrag ist, dass die Diskussion über Tempo vom Ende des Projekts an seinen Anfang wandert, wo sie noch etwas kostet, aber wenig. Wer die Matrix vor der Ausschreibung mit einem Aufnahmelauf gegen den eigenen Bestand hält, sieht außerdem sofort, welche Zielwerte realistisch sind und welche einen Umbau bedeuten – der Einstieg dafür ist ein Lighthouse-Audit auf den fünf Vorlagen, die später auch in der Matrix stehen. Was das für die einzelnen Kennzahlen bedeutet, ordnet der Überblick zu den Kernkennzahlen 2026 ein.
Quellen und Studien